„Hafoloabar“
ist der Hausname der Wolfurter.


Verstanden wird darunter eine „Hausmannskost“, die
ursprünglich das „Arme-Leute-Essen“ in Wolfurt war. Knödel oder
besser Nockerln aus Mehl, Gries (Weizen- und Maisgrieß) und
Salz (zu guten Zeiten vielleicht mit Ei), gekocht im „Krut“, und
wenn ’s hoch herging, konnte noch Speck mitgekocht werden.


Läbbe“ ist ein Hofnarr, Gaukler,
ein in vielen Dingen „nichts Wissender“ aber
„alles Ahnender“ –
ein „alles gerade heraus Sagender“.


Seit 1963 pflegen die Hafoloabar Läbbe die Dorffasnat in Wolfurt.

Bewusst anlehnend an die alemannischen Fasnatbräuche wird am
„Gumpigo Dunnschtag“ der Braten geklaut.

In den letzten Jahren hat sich der Dorfbrunnen bei
„Instrumentomachars“ (Fa. Hinteregger, Hofsteigstraße) zum
Treffpunkt der „Bratenklauer“ entwickelt, was schon einem
kleinen Dorffest gleichkommt. Auch wurden in diesen Brauch
schon ganze Schulklassen mit eingebunden. In Folge dessen
lieben die Wolfurter Kinder und Jugendlichen dann auch die
Neckereien am „Bromigo Fritag“.
Gleichtags am Läbbe-Ball treffen sich die Wolfurter Narren in
abwechslungsreicher Maskerade.
Ein großes Bemühen der

Hafoloabar Läbbe ist, das Brauchtum vor
allem den Kindern weiter zu geben unter dem sozial-
erzieherischen Aspekt und das Pflegen des alten Brauchtums mit
den Senioren.

Alemannische Fasnat


Die alemannische Fasnat geht auf
christliches Brauchtum zurück. Bis
zum 13. Jahrhundert bezeichnete
man mit Fasnat oder Fasching nur
die Nacht vor Beginn der Fastenzeit.
Im Laufe der Zeit verlängert sich der
Zeitraum.


Fasnat – ein Versuch, dieses Wort zu definieren:

  • „Fasnacht“ soll vom althochdeutschen Wort
    „Fasen“, d.h. „fruchtbar sein“, abgeleitet
    werden.
  • Eine andere Auslegung des Begriffes
    „Fasnacht“ besagt, dass die erste Silbe des Wortes verwandt sei mit dem Wort „faseln“, das soviel heißt wie: dummes, unnützes Zeug tun,
    kurz: Unsinn treiben.
  • Andere Brauchtumsforscher sind der Ansicht, das Wort „Fasnacht“ bezeichnet ursprünglich nur den Tag vor dem Aschermittwoch, also die
    Nacht vor dem Beginn der kirchlichen Fastenzeit – also auch „Fastnacht“ bezeichnet.
    (Tatsächlich erklärte gegen 600 nach Christus Papst Gregor (der Große) den Aschermittwoch zum Beginn der Fastenzeit, um ein Frühlings-Narrenfest zeitlich zu begrenzen und der Fasnat einen christlichen Sinn zu geben.)
  • Fasnat kommt von Fastnacht, also die Nacht vor dem Fasten.
  • Aus dem bayerischen Gebiet kommt der Begriff Fasching, der sich aus
    dem vast-schance, einem Fastentrunk, ableitet.


Fasnat-Bräuche

Die ältesten bekannten Faschingsbräuche sind Tänze und Gelage in der Nacht vor Aschermittwoch.
Im 14. Jahrhundert kamen Rennen und Stechspiele zu Pferde hinzu.
Ab dem 15. Jahrhundert begannen Patrizier und Zünfte Maskenumzüge zu veranstalten. In Anlehnung an Tier-, Teufels- und Hexenmasken, die hierbei überwiegend verwendet wurden, kam es gelegentlich zu heftigen Ausschreitungen.

Die alemannische Fasnat wird hauptsächlich in Schwaben, Baden (Deutschland), Vorarlberg (Österreich) und in der deutschsprachigen Schweiz gefeiert.

Die alemannische Fasnatszeit an sich beginnt am 6. Januar (Dreikönigstag) und nicht - wie im Rheinland - am 11.11. Am Dreikönigstag wird die Fasnat mit viel Lärm verkündet. Dabei kommen besonders Ratschen, Schellen (Glocken) und Karbatschen (lange Peitschen) zum Einsatz.

  • GUMPIGO ODER SCHMOTZIGO DUNNSCHTAG
    Am Gumpigo oder Schmotzigo Dunnschtag" oder "Schmutzigen Donnerstag", der örtlich auch "gumpiger" (gumpen = hüpfen) beginnt die eigentliche Fasnat. "Schmotzig" kommt nicht von "Schmutzig" sondern von "Schmotz", was auf Alemannisch "Fett, Schmalz" bedeutet. Fasnat-Donnerstag werden traditionell Fasnatsküchle in viel Fett gebacken.
    Daraus leitet sich auch der alte Brauch des Bratenklauens in Wolfurt ab. Früher – heute leider nicht mehr so oft – versuchte man mit mehr oder weniger großem Erfolg, vorwiegend den Nachbarn und Bekannten den (fetten) Braten vom heißen Herd, aus dem Backrohr oder dem Kachelofen zu stehlen, um dann am Abend – meist verbunden mit der Übergabe einer Flasche Wein – die Töpfe und Pfannen den Eigentümern wieder zurückzugeben.
  • Der FREITAG trägt gelegentlich den Namen Beramfreitag oder BROMIGO FRITAG. Dieses Wort beruht auf dem Wort räm, das Ruß bedeutet. Der rußige Freitag verdankt seinen Namen dem Brauch, dass Narren versuchen, den Leuten das Gesicht zu schwärzen.
  • Der FASTNACHTSAMSTAG heißt Schmalziger oder Schmalzsamstag, weil an diesem Tag die Schmalzküchlein gebacken werden, die als Fasnachtskrapfen in unmittelbaren Zusammenhang mit der Fettlebe der Fasnacht stehen.
  • Der FASNATS-SUNNTIG (Rosensonntag) erhielt seinen Namen im 11. Jahrhundert, weil an diesem Tag der Papst in Rom mit einer goldenen Rose auf den Altan des Laternenpalastes trat.
  • Der MONTAG, auf den die Fasnachtsumzüge am häufigsten gelegt werden, trägt in vielen Gebieten den Namen FASNATS-MENTAG (Rosenmontag). Diese Bezeichnung stammt daher, dass das Komitee, das die Umzüge des Kölner Karnevals vorbereitet, am Fasnats-Sunntig (Rosensonntag) bzw. den ihm folgenden Fasnats-Mentag (Rosenmontag) seine Generalversammlung abhielt.

Die Fasnacht wird oft mit der Verbrennung der jeweiligen Symbolfigur beendet. Unter großem Wehklagen geht die Fasnat in Flammen auf. Gewiss handelt es sich beim Verbrennen im Mittelalterlichen Rechtsbrauch um eine Strafe für widergöttliches Verhalten, auch wenn diese Strafe durch den weltlichen Arm vollzogen wurde. Die bis ins 18. Jahrhundert üblichen Hexenverbrennungen liefern für diesen Tatbestand die historischen Belege. Es lag deshalb nahe, auch die in der Fasnacht institutionalisierten Verstöße gegen das Gesetz Gottes auf diese Weise zu ahnden, selbst wenn dies in einem Spiel geschah, dessen Ernst heute vielleicht nicht mehr ganz nachvollziehbar erscheint.

Alemannisches Brauchtum

Düstere Geisterheere und wilde Fasnachtszüge, prasselnde Frühlingsfeuer und rauschende Winzerfeste, wilde Männer und einkehrende Tote: Das Brauchtum der Alemannen zwischen Alpenhauptkamm und Rheinebene ist urtümlich, archaisch und wild geblieben.

Die Alemannia – ein Randgebiet im Herzen Europas

Von den moorigen Höhen der Vogesen bis zu den abgelegenen Almen des Allgäus, von den mit finsteren Tannen bewachsenen Bergzügen des Schwarzwalds bis zu den weißen Schneeriesen der Alpen, durch den Rhein mit der kühlen Nordsee, durch die Rhone mit den warmen Ländern des Mittelmeers und durch die Donau mit den Ebenen des Ostens verbunden, siedeln seit über 1500 Jahren die Alemannen. Auf fünf Staaten und unzählige Gaue und Talschaften verteilt lebt dieses Volk, das nie einen eigenen Staat begründete und doch durch gemeinsame Sprache und Wesensart verbunden ist. Im eigentlichen Zentrum des modernen Europas gelegen finden sich nur wenige große Städte. Zürich, Strassburg, Stuttgart, Basel vielleicht. Flaches, fruchtbares Land, das viele Bewohner ernähren kann, findet sich im Norden, wo sich die oberrheinische Tiefebene zum fränkischen Land hin öffnet, am Neckar und im Schweizer Mittelland zwischen Jura und Voralpen. Hier befinden sich heute die städtischen Ballungsräume, wo nicht nur die Unterschiede zwischen den alemannischen Stämmen, sondern zwischen europäischen, amerikanischen und orientalischen Kulturen langsam verwischen.
Der Grossteil der Alemannia aber war und ist Peripherie. Die Alpen sind trotz Tourismus mehr denn je eine Randregion, leiden unter Abwanderung und der Rückkehr der Wildnis in die immer weniger gepflegten Alpen und Wälder. Auch die Täler der Voralpen, des Schwarzwalds, des Jura, der Vogesen, der schwäbischen Alb waren stets abgelegene Gegenden. Die Viehwirtschaft war den Alemannen wichtiger als der Ackerbau, die Streusiedlungen lieber als die großen Städte.
Letztere gehören zur Alemannia dazu, sind schmucke Perlen des Landes, das Eigentümliche hat sich aber oft nur in entlegenen Tälern erhalten können. Gerade in den Alpen haben Dialekte, Bräuche und Gepflogenheiten aus ältester Zeit überdauert. Ihnen soll im Folgenden unser besonderes Augenmerk gelten.

Brauchtum im Wandel: Heiligenverehrung oder heidnischer Kult?

Dem an verfeinerte folkloristische Formen wie etwa den städtischen Karneval gewöhnten (Rhein-)Unterländer erscheint das Brauchtum der Alpen oft ungestüm, wild und archaisch. Der Anblick von in Fellen gehüllten, mit Furcht erregenden Holzmasken ausgestatteten „Bootzen“, der mit Treicheln und Geißeln entfachte Höllenlärm, die lodernden Frühlingsfeuer und die Kraft raubenden Zweikämpfe der Schwinger mahnen eher an ein unzivilisiertes Naturvolk als an das in den Städten und Agglomerationen sorgsam gehegte Bild vom spießigen, sauberen und nüchternen Alemannen.
Als im vorletzten Jahrhundert Gelehrte begannen, sich für die Lebensweise der Bergbewohner zu interessieren, sahen sie in den wilden Festen der Bergler Überreste von heidnischen Kulten. Die Erklärung saisonaler Bräuche als Naturmagie und heidnische Geisterbeschwörung hat längst Eingang in Touristenprospekte gefunden.
Es gerät dabei oft in Vergessenheit, dass das Brauchtum, das uns so „heidnisch“ entgegenkommt, Teil einer christlichen Kultur ist und sich oft streng nach dem kirchlichen Jahr richtet. Zahlreiche archaisch anmutende Sitten haben enge Beziehungen zur kirchlichen Lehre, die allerdings zusehends in Vergessenheit geraten. Gleichwohl sind aber einzelne Bräuche, wie etwa der Maibaum oder die Frühlingsfeuer auch schon für die heidnische Zeit eindeutig belegt.
Es macht fast den Anschein, als passten sich brauchtümliche Formen mit der Zeit verschiedenen weltanschaulichen Konzepten an. Das christliche Europa wird bei der Gestaltung seiner Feste wohl auf die altbewährten heidnischen Bräuche zurückgegriffen haben, mit dem Schwinden der kirchlichen Macht scheinen Deutungen wie „alter Fruchtbarkeitszauber“, „Geisteraustreiben“ oder „Totenkult“ wieder wichtiger zu werden. Auch die Motivation der Brauchtumsträger selbst ist keineswegs konstant. In den Städten hat oft das Bürgertum alte Bräuche zu Repräsentationszwecken übernommen, heute sind zum einen der Tourismus, zum anderen aber auch das „Heimatbedürftnis“ vieler Menschen die wesentlichen Motoren für das Weiterbestehen der Folklore. Während bis in die fünfziger Jahre viel Energie auf die Zähmung der oft überbordenden und degenerierten Bräuche verwendet worden ist, meist mit Erfolg, zeichnet sich seit einigen Jahren eine „Archaisierung“ besonders der Masken und Larven ab. Im Brauchtum von Heute scheint der moderne Mensch den intuitiven Kontakt mit der magischen Welt seiner wilden Ahnen zu suchen und offenbar zu finden.

Winter-, Frühlings- und Herbstfeste

Im Großen und Ganzen lassen sich die unzähligen alemannischen Feste in drei Gruppen einteilen. Erstens die Maskenbräuche im Winter, die im November beginnen und bis zur Fasnacht reichen und denen oft etwas „Dämonisches“ und Unheimliches anhaftet, dann die Frühlings- und Sommerbräuche, in denen vor allem das Abbrennen großer Feuer im Zentrum steht, und die Herbstfeste, bei denen getanzt und gezecht und die Ernte gefeiert wird. Dies entspricht in etwa den drei Festen, die die Germanen im Herbst, Winter und Frühling feierten und es ist durchaus möglich, dass die heutigen Feste aus dem brauchtümlichen Fundus dieser heidnischen Feiern geschöpft haben. Auch das Erbe der romanischen und keltischen Bewohner unseres Landes dürfte Eingang in die Folklore gefunden haben. Die Feiertage entstammen aber allermeist dem Kirchenjahr.

Das Heer der Toten: Masken und Treicheln zur Mittwinterszeit


Die Mittwinterzeit ist die Zeit der Geister und Wiedergänger, der „Bootzen“, wie sie bei den Walsern heißen. Dieser Ausdruck bezeichnet auch die Nachtbuben, die zu dieser Zeit mit Masken oder rußgeschwärzten Gesichtern umziehen, Lärm machen und die Kinder in Angst und Schrecken versetzen. Besonders auf die hübschen Mädchen haben es die rauen Gesellen abgesehen.
Auch die Krampusse im Vorarlbergischen gehören wie die Bootzen hierher.

Die schwäbisch-alemannische Fasnat
Größere Bedeutung als im inneralpinen Gebiet hat die Fasnacht in der nördlichen Alemannia. Verglichen mit den höchst alemannischen Lärmumzügen ist die „Fasnat“ ungleich fröhlicher und ausgelassener. Die Fasnachtstage werden von den Akteuren als die Schönsten des Jahres empfunden. Mehr als in allen anderen alemannischen Festen bricht sich in der Fasnacht die ganze Lebenslust und Freude dieses sonst so ordentlichen und disziplinierten Volkes Bahn.
Besonders die Niederalemannen nördlich und östlich des Rheins kennen eine ungeheuer formenreiche, lebenslustige und wilde Fasnacht. Wie ein warmer Frühlingssturm fegen die Narren und Hexen durch die mittelalterlichen Dörfer und Städte des Schwarzwaldes und des Schwabenlandes, entführen die schönen Mädchen, fordern Lösegelder, werfen Blumen und Orangen oder aber beißende Weizenspreu ins Volk und machen dem Bierernst der dunklen Wintermonate den Garaus.
Die schwäbisch-alemannische Fasnacht besticht neben ihrer kernigen, fröhlichen Wildheit vor allem durch die kunstvollen Verkleidungen wie etwa das „Häs“, ein Meisterstück der Näharbeit, und die kunstvoll geschnitzten Holzmasken. Die Narren und Hexen sind in Zünften organisiert, die auch außerhalb der Fasnacht eine wichtige Rolle für das lokale Leben spielen.

Guggenmusik
Im gesamten alemannischen Raum dominieren mittlerweile die Guggenmusiken, mit Pauken und Posaunen bewaffnete Schmetterbands, die alte Schlager schief spielen, die Fasnacht.
Überall, wo in der Alemannia Fansacht gefeiert wird, erscheint sie als eigentliches Lokalheiligtum.
In vielen alemannischen Gebieten ist das Fasnachtsfeuer der Höhepunkt des Festes. Es fällt meist auf den ersten Fastensonntag, der daher Funkensonntag heißt.